Worte
Ich lief durch die Straßen, suchend. Fragt mich nicht, wonach ich suchte, denn ich wusste es nicht, ich weiß es nicht.
Ich lief ,ohne auf den Weg zu achten, denn es war egal. Der Weg war egal, denn das Ziel ist das Wichtige, war das Wichtige.
Es war ein lauwarmer Frühlingsmorgen und als ich aufgewacht war, verspürte ich eine Lust zu laufen. Einfach nur zu laufen, egal wohin mich meine Füße tragen würden. Das passiert manchmal. Es überkommt einen ein Gefühl oder ein Vorhaben, doch man weiß nicht woher es kommt. Man weiß es nicht.
Also folgte ich meinen Gedanken, sie würden ja schon wissen, wo es lang geht. Wenn nicht meine Füße, wer dann? Ich glaube nicht an eine höhere Macht, welche uns lenkt. Ich glaube an das Schicksal.
Irgendwann landete ich am See. Ich wusste, dass es der richtige Ort war. Ich weiß es.
Der See ist friedlich, besonders am Morgen. Dazu der Geruch der Bäume ringsum, was will man mehr?
Ich ließ da also so am See, um den See, am Morgen und überlegte mir, warum ich hier bin. Nicht, wieso ich hier am See war, sondern warum ich auf der Welt war, warum ich auf der Welt bin.
Der Sinn, ja, der fehlt meistens. Ganz oft fehlt er bei Dingen die wir tun und doch tun wir sie, weil wir es so wollen. Ohne Sinn vielleicht, oder einfach ohne das Wissen darüber. Wir tun es einfach, wir haben es einfach getan. Und dann denke ich an dich.
Meine Gedanken machen einen Sprung zu dir und du hebst mich fest, ganz fest in dir. So als würdest du mich nicht mehr loslassen wollen, so als würdest du mich bei dir haben wollen, so als wolltest du. Und ich weiß nicht wieso.
Wenn ich andere reden höre, dann höre ich nur ein Rauschen der Worte. Sie ergeben keinen Sinn und sie berühren nicht meine Seele. Doch du, ja du triffst mich. Jedes deiner Worte trifft mich. Es sind die Worte, die du sagst, die so unglaublich sind, dass man weinen könnte. Dass man weinen kann. Ich weine und deine Worte sind klar wie das Wasser des Sees, an dem ich heute Morgen entlang laufe.
Und weißt du, ich kann dir sagen, dass du kein Stück des Rauschens bist, der Worte die ich höre. Du bist anders und es beruhigt ungemein, dass es auch anders geht und dass es auch anderes gibt.
Und das Tollste, weißt du was das Tollste dabei ist?
Das bist du.
Nur du und deine Worte.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen