Time is such a hungry beast!

"Du wirkst so kalt."
"So ist das bei mir. Entweder ich versteinere oder ich heule. Und ich habe keine Lust mehr, zu weinen. Und Steine sind kalt. Tränen dagegen... Tränen brennen. Ich möchte meine Seele nicht ständig in kochendes Wasser tauchen. Das habe ich versucht. Aber entgegen den physikalischen Gesetzen verdampft die Flüssigkeit in mir nicht. Sie bleibt und kocht weiter. Und mischt immer weitere Substanzen hinzu, mehr als nur Trauer und Schmerz. Es ist schon so viel Enttäuschung darin. So viele Zweifel, an dir und an mir. Das einzige, das wirklich weniger wird, vielleicht doch verdampft, das ist Stärke. Und ein Stück Liebe. Ich möchte nicht aufhören, zu lieben. Ich möchte auch nicht nur in Bruchstücken lieben. Ich möchte es ganz können. Schließlich hält mein Herz sonst nichts mehr. Und sollte dieser Halt irgendwann nicht mehr da sein, dann fällt auch mein Herz, dieses lebenswichtige Organ - für das Leben und für Uns - in die brodelnde Tränenflüssigkeit. Also bitte, lass mich kalt sein. Lass mich kalte Steine über das Wasser in mir springen und untergehen lassen, in der Hoffnung, dass es abkühlt. Gib mir Zeit. Gib mir Zeit, genügend Steine aufzusammeln."

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog